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Sicherung fliegt raus: Ursachen und Sicherheit
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Eine ausgelöste Sicherung ist kein Defekt, sondern ein Schutz, der funktioniert hat. Die Frage ist, wovor. Mit dieser Anleitung grenzen Sie die Ursache ein, ohne sich in Gefahr zu bringen.
Drei Schutzarten, drei Ursachen
Im Sicherungskasten arbeiten unterschiedliche Schutzeinrichtungen. Der Leitungsschutzschalter (Automat, umgangssprachlich «die Sicherung») löst bei Überlast aus, wenn zu viele Verbraucher an einem Stromkreis hängen, und bei Kurzschluss, wenn der Strom einen direkten Weg nimmt, etwa weil Phase und Neutralleiter sich berühren. Der FI-Schutzschalter löst bei Fehlerstrom aus, wenn Strom über einen falschen Weg abfliesst, zum Beispiel durch Feuchtigkeit in einem Gerät oder durch einen Menschen. In älteren Anlagen gibt es zudem Schmelzsicherungen, die nach dem Auslösen ersetzt werden müssen.
Schritt 1: Was genau hat ausgelöst?
Schauen Sie in den Sicherungskasten. Steht ein einzelner Automat auf «0» oder in Mittelstellung, ist ein Stromkreis betroffen. Steht der FI-Schalter unten, ist es ein Fehlerstrom, und dann sind meist mehrere Stromkreise gleichzeitig dunkel. Ist alles auf «1» und trotzdem kein Strom da, prüfen Sie, ob die Nachbarn Strom haben: Dann ist es ein Netzausfall, und der Netzbetreiber ist zuständig.
Schritt 2: Einmal wieder einschalten
Ein einmaliges Auslösen kann ein Zufall sein, etwa der Anlaufstrom einer Maschine. Prüfen Sie vorher kurz drei Dinge: Riecht es irgendwo nach verschmortem Kunststoff, ist Rauch zu sehen, steht Wasser in der Nähe des Sicherungskastens? Trifft eines davon zu, schalten Sie nicht wieder ein, sondern holen eine Fachperson. Sonst schalten Sie den Automaten oder FI einmal wieder ein: mit trockenen Händen, auf trockenem Boden und nur am Hebel, der durch die Abdeckung ragt. Hält er, beobachten Sie, was passiert. Löst er sofort wieder aus, nicht weiter probieren, sondern eingrenzen.
Wenn sich der Schalter gar nicht mehr einschalten lässt
Ein ausgelöster Automat steht oft nicht ganz unten, sondern in einer Zwischenstellung. Von dort lässt er sich nicht einlegen, und das wird regelmässig für einen Defekt gehalten. Drücken Sie den Hebel zuerst ganz nach unten, bis er spürbar am Anschlag ist, und dann nach oben. Damit ist die Auslösemechanik zurückgesetzt. Dafür genügt die Klappe des Sicherungskastens. Die weisse Abdeckung dahinter, aus der nur die Hebel herausschauen, bleibt geschlossen: Dahinter liegen spannungsführende Klemmen, und sie abzunehmen ist Sache der Fachperson.
Geht der Hebel trotzdem nicht hoch oder springt er sofort wieder zurück, liegt ein stehender Fehler an: ein Kurzschluss oder ein Schluss gegen Erde, der noch da ist. Hier hört das Probieren auf. Jeder weitere Einschaltversuch auf einen bestehenden Fehler belastet Leitung und Schalter zusätzlich, und den Hebel festzuhalten oder festzubinden, damit er oben bleibt, ist lebensgefährlich: Genau dieser Schalter ist das Einzige, was die Leitung vor dem Durchbrennen schützt.
Beim FI-Schutzschalter gehen Sie zuerst wie in Schritt 3 beschrieben vor: alle Automaten aus, FI ein, Automaten einzeln dazu. Hält der FI aber auch dann nicht, wenn sämtliche Automaten ausgeschaltet sind, steckt der Fehler nicht in einem einzelnen Stromkreis, sondern in der Verteilung selbst. Häufig ist es eine Verbindung zwischen Neutralleiter und Schutzleiter, die dort nicht hingehört. Ab hier ist die Selbsthilfe zu Ende: Das findet nur eine Fachperson mit Messgerät. Lassen Sie den betroffenen Teil der Anlage bis dahin ausgeschaltet.
Schritt 3: Eingrenzen ohne Werkzeug
Alle Geräte des Stromkreises ausstecken
Nicht nur ausschalten, sondern den Stecker ziehen; Steckdosen im Wohnbereich teilen sich meist einen Stromkreis. Herd, Boiler und oft auch Waschmaschine und Tumbler sind fest angeschlossen und lassen sich nicht ausstecken: Diese Geräte hängen in der Regel an einem eigenen Automaten, den Sie stattdessen ausschalten.
Sicherung einschalten
Hält sie jetzt, liegt der Fehler bei einem der Geräte. Fliegt sie auch ohne Geräte, liegt er in der Installation: Leitung, Dose, Schalter, Lampe.
Geräte einzeln wieder einstecken
Nacheinander, mit kurzer Pause. Das Gerät, bei dem die Sicherung fliegt, ist der Übeltäter. Es bleibt ausgesteckt, bis es repariert oder ersetzt ist.
Beim FI-Schutzschalter ist das Vorgehen dasselbe, nur hängen daran mehrere Stromkreise. Schalten Sie zuerst alle Automaten aus, dann den FI ein, dann die Automaten einzeln dazu. Der Stromkreis, bei dem der FI fällt, enthält den Fehler.
Wann genau fliegt sie? Das Protokoll, das die Suche abkürzt
Der unangenehmere Fall ist nicht die Sicherung, die sofort wieder auslöst, sondern die, die es nur manchmal tut. Dann bringt das Ausstecken aller Geräte nichts, weil der Fehler genau während Ihres Tests nicht auftritt. Was hier weiterhilft, ist kein Werkzeug, sondern ein Blatt Papier am Sicherungskasten.
Notieren Sie bei jedem Auslösen vier Dinge: Datum, Uhrzeit, Wetter und was in diesem Moment gelaufen ist. Nach drei oder vier Einträgen zeigt sich meist ein Muster, und Muster sind aussagekräftig:
- Nachts oder früh am Morgen: Verbraucher, die über die Niedertarif-Freigabe anlaufen, also typischerweise Boiler oder Wärmepumpe.
- Erst nach einigen Minuten Betrieb: ein Heizstab, der sich beim Aufheizen ausdehnt und dann einen Schluss bekommt. Kandidaten sind Backofen, Boiler, Geschirrspüler und Waschmaschine.
- Direkt beim Anlaufen: ein Motor, etwa Tumbler, Kühlkompressor oder Storenmotor.
- Nach Regen oder Schneeschmelze: Aussensteckdose, Gartenlampe, Waschküche oder eine Leitung, in die Feuchtigkeit zieht.
Fotografieren Sie zusätzlich den Sicherungskasten samt Beschriftung, so wie er nach dem Auslösen dasteht: Klappe auf, Abdeckung zu, alle Hebel im Bild. Diese Notiz und das Foto, vorab per WhatsApp geschickt, sparen dem Elektriker vor Ort einen grossen Teil der Suche, weil er nicht mehr blind an der ganzen Anlage anfangen muss.
Die häufigsten Übeltäter
- Überlast: Heizlüfter, Wasserkocher und Staubsauger gleichzeitig an einer Steckdosenleiste.
- Feuchtigkeit: Waschmaschine, Tumbler, Aussensteckdosen und Gartengeräte nach Regen; Boiler mit durchgerostetem Heizstab.
- Defekte Heizstäbe: Backofen, Boiler, Geschirrspüler. Der Fehler zeigt sich oft erst beim Aufheizen.
- Lampen und Leuchtmittel: Kurzschluss in der Fassung, angebohrte Deckenleitung.
- Alte Leitungen: Stoffkabel, brüchige Isolation, lose Klemmen in Verteilerdosen.
- Nagetiere: im Keller und Dachstock angefressene Leitungen.
Wenn der FI auslöst, obwohl kein Gerät defekt ist
Es gibt einen Fall, der sich mit Ausstecken nicht lösen lässt, weil gar nichts kaputt ist. Netzteile, LED-Treiber, Wechselrichter, Induktionsherde und Wärmepumpen lassen im normalen Betrieb winzige Ströme gegen Erde abfliessen. Das ist keine Störung, sondern Bauart. Hängen viele solche Geräte am selben FI, addieren sich diese Ableitströme still im Hintergrund. Irgendwann genügt ein zusätzlicher kleiner Fehler oder ein feuchter Morgen, und der Schalter fällt, ohne dass ein einzelnes Gerät defekt wäre. Typisch ist der frustrierende Ablauf: Der FI löst aus, Sie stecken alles aus, finden nichts, schalten wieder ein, und wochenlang ist Ruhe.
Sehen lässt sich das nur im laufenden Betrieb. Der Elektriker misst die Ableitströme mit einer Leckstromzange direkt am Kabel, ohne etwas abzuklemmen, und sieht dann, welcher Strang wie viel beiträgt. Die Lösung ist ausdrücklich nicht ein unempfindlicherer oder stärkerer Schalter: Der FI ist Personenschutz, seine Empfindlichkeit ist kein Komfortmerkmal, an dem man dreht. Richtig ist, die Anlage auf mehrere FI aufzuteilen, sodass sich die Ableitströme verteilen und ein Fehler ausserdem nicht mehr die halbe Wohnung dunkel macht.
Ein Sonderfall sind Wallbox und Photovoltaik. Beide können Gleichfehlerströme erzeugen, und die machen einen gewöhnlichen FI vom Typ A unwirksam. Dafür braucht es allstromsensitiven Schutz, also einen Schalter vom Typ B oder eine in der Wallbox integrierte Gleichstrom-Fehlererkennung. Das ist keine Frage des Geschmacks und gehört zwingend in die Hand des Fachbetriebs; mehr dazu im Ratgeber Wallbox zu Hause.
Wenn der Fehler nicht in der Wohnung liegt: Netz, Hauptsicherung, Zähler
Bevor Sie jemanden bestellen, klären Sie, wie weit die Dunkelheit reicht. Schauen Sie, ob das Treppenhauslicht brennt, ob bei den Nachbarn Licht ist und ob die Strassenbeleuchtung läuft. Ist das ganze Quartier betroffen, ist Ihre Anlage in Ordnung und der Verteilnetzbetreiber zuständig, nicht Ihr Stromlieferant. Das sind zwei verschiedene Firmen: Der Lieferant verkauft die Energie, der Netzbetreiber betreibt die Leitungen. In der Stadt Winterthur ist das Stadtwerk zuständig, in vielen Umlandgemeinden die EKZ. Welche Störungsnummer für Ihre Adresse gilt, steht auf der Stromrechnung.
Ist nur Ihre Wohnung dunkel und im Sicherungskasten steht alles auf «1», kann die Hauptsicherung vor dem Zähler angesprochen haben. Diese ist plombiert, und die Plombe darf ausser dem Netzbetreiber niemand öffnen, auch kein Hauswart, keine Verwaltung und keine Mieterschaft. Melden Sie den Ausfall der Verwaltung oder direkt dem Netzbetreiber und warten Sie ab, statt selbst an der Plombe zu hantieren.
Und es gibt den Fall ohne jede Störung: Boiler und Wärmepumpe hängen in vielen Häusern an einer Tarifsteuerung und laufen nur zu bestimmten Zeiten. Kein Warmwasser am Nachmittag heisst deshalb nicht automatisch, dass etwas defekt ist. Prüfen Sie zuerst, ob abends oder am nächsten Morgen wieder warmes Wasser da ist.
Was jetzt sonst noch stillsteht: Gefriertruhe, Lüftung, Heizung
Nach jeder Auslösung fällt auf, was Licht macht. Unbemerkt bleibt, was still am Netz hängt. Gehen Sie darum nach dem Wiedereinschalten bewusst die leisen Verbraucher durch:
- Gefriertruhe und Kühlschrank zuerst, besonders wenn sie im Keller oder in der Garage stehen.
- Aquarium und Terrarium mit Pumpe oder Heizung.
- Heizungssteuerung und Umwälzpumpe.
- Komfortlüftung, die oft an einem eigenen Stromkreis im Technikraum oder Keller hängt.
Tiefkühlgut, das angetaut war und wieder gefroren ist, gehört nicht mehr auf den Teller. Eine Lüftung fällt lautlos aus. Steht sie länger still, lüften Sie Bad, Küche und Schlafzimmer mehrmals täglich mit weit geöffneten Fenstern von Hand, sonst steigt die Feuchtigkeit und es entsteht Schimmel. Prüfen Sie zusätzlich den Notschalter beim Heizungsraum, wo einer vorhanden ist: Wird er versehentlich betätigt, bleibt die Heizung aus, obwohl im Sicherungskasten alles auf «1» steht. Bleibt die Lüftung nach dem Einschalten der Sicherung aus oder läuft sie laut und unrund, lassen Sie sie ansehen, statt sie dauerhaft auszuschalten.
Was Sie nicht tun dürfen
Wichtig: Sicherheitsregeln
- Sicherungen nie überbrücken, festkleben oder durch stärkere ersetzen.
- Keine Verteilerdosen, Schalter oder Steckdosen öffnen und die Abdeckung im Sicherungskasten nicht abnehmen: Das ist bewilligungspflichtige Arbeit und lebensgefährlich.
- Bei Brandgeruch, Rauch, verfärbten oder heissen Steckdosen: Hauptschalter aus, nicht mehr einschalten, im Zweifel Feuerwehr 118.
- Nasse Geräte nicht anfassen und auch den Stecker nicht ziehen. Zuerst den zugehörigen Automaten ausschalten, erst dann in die Nähe gehen.
- Nach einem Stromschlag ärztlich abklären lassen, auch wenn es einem gut geht. Bei Bewusstlosigkeit, Herzstolpern oder Verbrennungen sofort Sanität 144.
Mietwohnung und Stockwerkeigentum: Wer macht was und wer zahlt
Eine Sicherung wieder einzuschalten oder eine ausgebrannte Schmelzsicherung durch eine neue gleicher Stärke zu ersetzen, zählt in der Schweiz zum kleinen Unterhalt nach Art. 259 OR und geht zulasten der Mieterschaft.
Sobald eine Fachperson nötig wird, kippt die Zuständigkeit. Wenn der Automat nicht mehr hält, wenn der FI wiederholt auslöst, wenn es an einer Steckdose warm riecht oder wenn die Anlage keinen Fehlerstromschutz hat, ist das ein Mangel an der Mietsache, und die Vermieterschaft muss ihn beheben. Melden Sie den Mangel der Verwaltung unverzüglich. Wiederholt er sich, melden Sie ihn zusätzlich schriftlich, mit Datum, Uhrzeit und Foto, und heben Sie eine Kopie auf. Die Meldepflicht steht in Art. 257g OR; wer einen bekannten Mangel nicht meldet, kann für Schäden einstehen müssen, die dadurch entstehen. Wie ein konkreter Fall ausgeht, beurteilt im Streitfall die Schlichtungsbehörde oder eine Rechtsberatung, nicht wir.
Einen Elektriker selbst zu bestellen, sollten Sie nur nach Rücksprache mit der Verwaltung tun, sonst bleiben Sie unter Umständen auf der Rechnung sitzen. Die Ausnahme ist die akute Gefahr, also Rauch, Brandgeruch oder heisse Steckdosen: Dann handeln Sie zuerst und melden gleich danach.
Im Stockwerkeigentum verläuft die Grenze anders. Die Verteilung in der Wohnung ist meist Sonderrecht und damit Sache der einzelnen Eigentümerschaft. Die Hauptverteilung im Keller, die Steigleitungen und die Zuleitungen gehören dagegen der Gemeinschaft, und Arbeiten daran laufen über die Verwaltung. Verbindlich ist das, was im Begründungsakt und im Reglement Ihrer Gemeinschaft steht. Schauen Sie dort nach oder fragen Sie die Verwaltung, bevor jemand anrückt.
Wann der Elektriker kommen muss
Immer dann, wenn die Sicherung ohne angeschlossene Geräte fliegt, wenn Sie den Fehler nicht eingrenzen können, wenn der FI ohne erkennbaren Grund immer wieder fällt oder wenn Ihre Anlage noch Schmelzsicherungen und keinen Fehlerstromschutz hat. Der Elektro-Fachbetrieb misst Isolationswiderstände, findet Fehler in Leitungen und Dosen und behebt sie fachgerecht. In der Schweiz dürfen solche Arbeiten nur Betriebe mit einer Installationsbewilligung des ESTI ausführen; alle Elektro-Fachbetriebe von WintiService verfügen darüber. Was sie tun und wie der Einsatz abläuft, steht auf der Seite Elektriker Winterthur.
Was der Elektriker tatsächlich misst
Der Ablauf ist berechenbar. Der Fachbetrieb misst den Isolationswiderstand jedes Stromkreises gegen Erde, prüft den Schutzleiter und die Schleifenimpedanz und löst den FI mit dem Messgerät aus. Das ist deutlich genauer als der Prüfknopf am Schalter, weil das Gerät auch erfasst, bei welchem Strom und nach welcher Zeit der FI kommt. Ein FI, der beim Prüfknopf auslöst, aber zu spät oder erst bei zu hohem Strom, ist kein funktionierender Personenschutz.
Bei sporadischen Fehlern kommt zusätzlich die Leckstromzange im laufenden Betrieb zum Einsatz, und teils werden einzelne Neutralleiter in der Verteilung abgeklemmt, um den fehlerhaften Kreis sauber zu isolieren. Am Ende erhalten Sie ein Messprotokoll mit den Werten; im Rahmen einer Kontrolle zusätzlich einen Kontrollbericht mit Mängelliste und Frist.
Was Sie vorbereiten können, damit die Suche nicht auf halbem Weg stehen bleibt:
- Zugang zu Sicherungskasten, Keller, Waschküche, Estrich und Technikraum, samt den Schlüsseln dazu.
- Ihr Protokoll mit Datum, Uhrzeit und Wetter der bisherigen Auslösungen.
- Ein Foto des Sicherungskastens mit der Beschriftung, Klappe offen, Abdeckung geschlossen.
- Die Liste der Geräte, die Sie schon ausgesteckt und wieder eingesteckt haben.
Wenn Sie nicht weiterkommen
Schicken Sie uns ein Foto des Sicherungskastens und Ihre Notiz per WhatsApp, jederzeit, oder rufen Sie an, täglich von 11 bis 21 Uhr: +41 76 329 84 08. Wir vermitteln einen Elektro-Fachbetrieb aus Winterthur und Umgebung, der sich bei Ihnen meldet. Die Anfahrt kostet pauschal CHF 80.–, Stundenansatz und voraussichtliche Dauer nennt Ihnen der Betrieb, bevor er anfängt.
Ein Wort zu alten Anlagen
Viele Wohnungen in Winterthur und den umliegenden Gemeinden haben Elektroinstallationen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. Sie sind nicht automatisch gefährlich, aber sie wurden für Glühlampen und einen Kühlschrank gebaut, nicht für Induktionsherd, Wärmepumpentumbler und Wallbox. Häufige Auslösungen sind oft das erste Signal, dass die Anlage an ihre Grenze kommt. Ein Fachbetrieb kann einen FI nachrüsten, einzelne Stromkreise trennen oder die Verteilung sanieren. Die periodische Kontrolle, die Eigentümer je nach Nutzung in unterschiedlichen Abständen durchführen lassen müssen, deckt solche Mängel ebenfalls auf.
Periodische Kontrolle und Sicherheitsnachweis
Irgendwann liegt ein Brief im Kasten, der zur Kontrolle der Elektroinstallation auffordert. Er kommt vom Verteilnetzbetreiber und richtet sich an die Gebäudeeigentümerschaft, nicht an die Mieterschaft. Wohnbauten werden in der Regel alle 20 Jahre kontrolliert, Gewerbe und Landwirtschaft häufiger, Gastronomiebetriebe noch häufiger. Wer ein Haus kauft, sollte nach dem Datum der letzten Kontrolle fragen, bevor er unterschreibt.
Kontrolliert wird von einem unabhängigen Kontrollorgan oder von einem Betrieb mit der entsprechenden Bewilligung des ESTI. Sinnvollerweise nicht von demjenigen, der die Anlage gebaut hat. Festgestellte Mängel werden nach Dringlichkeit eingeteilt und mit einer Frist zur Behebung aufgeführt. Erst wenn sie behoben sind, geht der Sicherheitsnachweis, kurz SiNa, an den Netzbetreiber.
Einen Sicherheitsnachweis gibt es nicht nur nach der periodischen Kontrolle, sondern auch nach jeder bewilligungspflichtigen Installationsarbeit, also etwa nach einer neuen Wallbox, einer sanierten Verteilung oder einem neuen Stromkreis in der Waschküche. Heben Sie ihn auf und legen Sie ihn zu den Hausunterlagen; beim Verkauf und bei einer Handänderung wird er verlangt.
Für Mieterinnen und Mieter ist der Aufwand klein: Sie müssen Zutritt gewähren und dafür sorgen, dass der Sicherungskasten zugänglich ist. Kontrolle und Mängelbehebung zahlt die Eigentümerschaft.
Der regelmässige Test
Der FI-Schutzschalter hat einen Prüfknopf mit einem «T». Drücken Sie ihn regelmässig, etwa einmal im Monat oder so oft, wie es die Anleitung des Herstellers vorgibt: Er muss sofort auslösen. Tut er es nicht, verlassen Sie sich nicht länger auf ihn und melden es der Verwaltung oder dem Elektro-Fachbetrieb. Den Schalter zu ersetzen ist Arbeit an der Verteilung und damit Sache einer Fachperson mit Installationsbewilligung.
Der Test nimmt allen Stromkreisen unter dem FI kurz den Strom. Denken Sie an Gefriertruhe, Computer und Heizungssteuerung, und stellen Sie danach die Uhren neu.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Beurteilung durch eine Fachperson vor Ort. Bei Gefahr für Personen: Notruf 118 / 144.
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Was ist der Unterschied zwischen Sicherung und FI-Schutzschalter?
Die Sicherung (Leitungsschutzschalter) schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter, RCD) schützt Menschen: Er löst aus, wenn Strom einen falschen Weg nimmt, etwa durch ein defektes Gerät in den Körper. Beide sitzen im Sicherungskasten; der FI hat einen Prüfknopf mit «T».
Darf ich eine Schmelzsicherung durch eine stärkere ersetzen?
Nein. Die Stärke ist auf den Leitungsquerschnitt abgestimmt. Eine stärkere Sicherung lässt mehr Strom durch, als die Leitung verträgt, und die Leitung wird zur Brandursache. Gleiches gilt für das Überbrücken von Automaten.
Der FI lässt sich gar nicht mehr einschalten. Was kann ich noch selbst tun?
Schalten Sie alle Automaten unter dem FI aus und legen Sie dann den FI ein. Hält er jetzt, schalten Sie die Automaten einzeln wieder dazu: Bei welchem der FI fällt, dort liegt der Fehler. Hält der FI auch bei ausgeschalteten Automaten nicht, sitzt der Fehler in der Verteilung selbst. Dann hört die Selbsthilfe auf, das findet nur eine Fachperson mit Messgerät.
Mein FI fliegt ohne erkennbaren Grund. Hilft ein unempfindlicherer Schalter?
Nein, und er wäre auch nicht zulässig als Lösung. Viele Netzteile, LED-Treiber, Induktionsherde und Wärmepumpen lassen bauartbedingt winzige Ströme gegen Erde abfliessen; hängen viele davon am selben FI, addieren sich diese Ableitströme. Der Elektriker misst sie im laufenden Betrieb mit einer Leckstromzange. Die richtige Antwort ist, die Anlage auf mehrere FI aufzuteilen, nicht den Personenschutz abzuschwächen.
Wer zahlt den Elektriker in der Mietwohnung?
Eine Sicherung wieder einzuschalten oder eine ausgebrannte Schmelzsicherung gleicher Stärke zu ersetzen, zählt zum kleinen Unterhalt nach Art. 259 OR und geht zulasten der Mieterschaft. Sobald eine Fachperson nötig wird, weil der Automat nicht hält, der FI wiederholt auslöst oder es warm riecht, ist es ein Mangel an der Mietsache und Sache der Vermieterschaft. Melden Sie ihn der Verwaltung, bevor Sie selbst jemanden bestellen, ausser bei akuter Gefahr.
Was ist der Sicherheitsnachweis und muss ich als Mieter etwas tun?
Der Sicherheitsnachweis (SiNa) bestätigt dem Verteilnetzbetreiber, dass die Installation kontrolliert und allfällige Mängel behoben sind. Die Kontrollaufforderung geht an die Gebäudeeigentümerschaft, nicht an die Mieterschaft. Mieterinnen und Mieter müssen nur Zutritt gewähren; Kontrolle und Mängelbehebung zahlt die Eigentümerschaft.
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