Sanitär
Abfluss verstopft: Hausmittel und wann der Profi kommen muss
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Langsam ablaufendes Wasser in Lavabo, Dusche oder Küche ist meist harmlos und selbst zu lösen. Ab einem bestimmten Punkt hilft nur noch die Rohrreinigung. So erkennen Sie den Unterschied.
Woran Sie erkennen, wo die Verstopfung sitzt
Bevor Sie irgendetwas einfüllen, lohnt sich ein Blick auf das Muster. Nur ein Abfluss läuft langsam? Dann sitzt das Problem im Siphon oder im ersten Meter dahinter, typisch für Haare in der Dusche oder Fett in der Küche. Mehrere Abflüsse im selben Bad oder auf demselben Stockwerk sind betroffen, es gluckert im WC, wenn das Lavabo abläuft? Dann liegt die Verstopfung in der gemeinsamen Anschluss- oder Fallleitung. Wasser kommt im Keller aus dem Bodenablauf, wenn oben gespült wird? Das ist die Grundleitung, und das ist ein Fall für die Rohrreinigung, nicht für Hausmittel.
Sitzt es im Siphon, in der Anschlussleitung oder in der Fallleitung?
Diese Frage entscheidet, ob Hausmittel überhaupt eine Chance haben, ob es später eine Spirale oder eine Hochdruckspülung braucht, und im Mietverhältnis auch, wer die Rechnung bekommt. Zwei einfache Tests bringen Sie weit.
Der Eimer-Test. Handschuhe anziehen, Eimer unter den Siphon stellen, Siphon abnehmen und dann langsam Wasser in den Wandstutzen giessen, zuerst nur ein bis zwei Liter. Läuft es ohne Stau weg, war der Siphon die Ursache und Sie sind fertig. Staut es zurück, liegt es in der Anschlussleitung dahinter: sofort aufhören, sonst läuft das Wasser über den Stutzen ins Zimmer. Wurde vorher ein chemischer Abflussreiniger eingefüllt, lassen Sie den Siphon zu. Beim Öffnen käme die ätzende Flüssigkeit heraus, und das ist ein Fall für die Fachperson.
Der Gluckertest. Wasser ablaufen lassen und dabei auf die anderen Abläufe im Raum hören. Gluckert es im WC oder in der Dusche, während das Lavabo leerläuft, wird Luft durch eine gemeinsame Leitung verdrängt: Dann ist mindestens die Anschlussleitung betroffen, meist die Fallleitung.
Danach lässt sich eingrenzen: mehrere Stellen im selben Bad deuten auf die Anschlussleitung, betroffene Abläufe über mehrere Stockwerke auf die Fallleitung, Wasser im untersten Geschoss oder im Keller auf die Grundleitung. Auch das zeitliche Muster hilft. Staut es nur dann, wenn Waschmaschine oder Geschirrspüler auf einmal abpumpen, ist die Leitung bereits eng, aber noch nicht dicht. Die Fachperson setzt später an der Putzöffnung am Fuss der Fallleitung oder am Kontrollschacht vor dem Haus an.
Hausmittel, die wirklich helfen
Sieb und Hand
In der Dusche steckt das Problem meistens direkt unter dem Abdeckgitter: ein Knäuel aus Haaren und Seife. Gitter abheben, Knäuel mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen, fertig. Beim Lavabo lässt sich der Stöpsel oft nach oben herausnehmen; an seinem Schaft hängt in der Regel dasselbe Knäuel.
Heisses Wasser und Spülmittel
Fett in der Küchenleitung wird bei Wärme wieder flüssig. Ein Liter sehr heisses, aber nicht kochendes Wasser mit einem Schuss Spülmittel löst leichte Ablagerungen. Kochendes Wasser kann Kunststoffsiphons und Dichtungen verformen, deshalb nicht direkt aus dem Wasserkocher. Giessen Sie langsam und nah am Ablauf, sonst spritzt heisses Wasser zurück. Steht das Becken bereits voll, lassen Sie es sein: Das heisse Wasser bleibt dann oben stehen, und Sie haben ein Becken voll Verbrühungsgefahr.
Saugglocke
Das wirksamste Hausmittel. Abfluss mit etwas Wasser bedecken, Überlauföffnung mit einem nassen Lappen zuhalten, Saugglocke aufsetzen und ruhig pumpen. Der Druckwechsel löst Pfropfen, die im Siphon oder kurz dahinter sitzen. Bei WC-Verstopfungen braucht es eine Saugglocke mit Stutzen, die in den Abgang passt. Wurde vorher ein chemischer Abflussreiniger eingefüllt, lassen Sie die Saugglocke weg: Sie schleudern die ätzende Flüssigkeit aus dem Becken heraus, auch ins Gesicht.
Siphon ausbauen
Unter Lavabo und Küchenspüle lässt sich der Siphon von Hand abschrauben. Handschuhe anziehen, Eimer darunter, Überwurfmuttern lösen, Siphon ausleeren und ausspülen, wieder montieren und auf Dichtheit prüfen. Zehn Minuten Arbeit, und Sie sehen genau, was drin war. Steht im Rohr noch chemischer Reiniger, bleibt der Siphon zu, das macht die Fachperson.
Natron und Essig
Das bekannteste Hausmittel ist zugleich das schwächste. Natron ist basisch, Essig ist sauer, und beide neutralisieren sich gegenseitig zu Salzwasser und Kohlendioxid. Das Sprudeln sieht nach Wirkung aus, ist aber nur Schaum und löst weder Fett noch ein Haarknäuel. Was hilft, ist das heisse Wasser, mit dem Sie hinterher nachspülen. Greifen Sie lieber gleich zu Sieb, Saugglocke oder Siphon. Und giessen Sie Essig nie in einen Abfluss, in dem schon ein chemischer Reiniger steht.
Lavabo und Küchenspüle: der Ablauf mit Siphon
Am Lavabo sitzt der Pfropfen fast immer am Stöpsel. Ziehen Sie ihn nach oben heraus oder drehen Sie ihn heraus. Bei einem Excenter-Ablauf, den Sie mit einem Zug hinter der Armatur bedienen, lösen Sie zuerst die Zugstange hinter dem Siphon, dann lässt sich der Stöpsel abnehmen. Am Schaft hängt das Knäuel aus Haaren und Seife, das Sie einfach abstreifen. Setzen Sie die Saugglocke an, halten Sie die Überlauföffnung im Becken mit einem nassen Lappen zu, sonst entweicht der Druck dort und im Rohr passiert nichts.
In der Küche ist die Ursache eine andere: Fett, Kaffeesatz und Speisereste. Ist der Geschirrspüler am Siphon angeschlossen, prüfen Sie zusätzlich die Tülle, auf der der Ablaufschlauch steckt, und den Schlauch selbst. Dort ist der Querschnitt am kleinsten, dort setzt sich der Fettpfropfen zuerst. Bei einer Doppelspüle halten Sie den zweiten Ablauf zu, bevor Sie pumpen, sonst geht der Druck dorthin.
Dusche und Badewanne: Ablauf öffnen, ohne etwas kaputtzumachen
Bodenebene Duschen und Duschrinnen sind heute der häufigste Bautyp und anders aufgebaut als ein Siphon unter dem Lavabo. Beim Punktablauf heben Sie den Rost ab und nehmen den Einsatzkorb heraus. Darunter sitzt die Glocke oder das Tauchrohr, von Hand herausdrehbar oder herausziehbar. Das ist der Geruchsverschluss, der das Sperrwasser hält, und genau dort sammelt sich das Gemisch aus Haaren und Seife. Nachher alles wieder einsetzen und den Ablauf mit Wasser füllen, sonst riecht es.
Bei der Duschrinne lässt sich die längliche Abdeckung meist mit den Fingern anheben, bei bündig eingelassenen Abdeckungen mit einem Saugnapf. Darunter liegt das Haarsieb. Bei der Badewanne sind Ablauf und Überlauf miteinander verbunden: Schrauben Sie die Überlaufrosette unter dem Wannenrand ab, oft sitzt dasselbe Knäuel dort. Für die Saugglocke muss der Überlauf zugehalten werden.
Wichtig: Unter der Duschtasse bleibt alles zu
Was im Bodenaufbau oder unter der Wanne verbaut ist, öffnen Sie nicht. An diesen Bauteilen hängt die Abdichtung, und eine gelöste Verbindung im Boden wird zum Feuchteschaden, den man erst Monate später sieht. Kommt das Wasser nicht weg, obwohl Rost, Einsatzkorb und Glocke sauber sind, liegt es hinter dem Ablauf. Das ist der Punkt für die Fachperson.
WC verstopft: die ersten drei Minuten
Der häufigste Fehler passiert in den ersten Sekunden: noch einmal spülen. Steht das Wasser schon hoch, läuft die Schüssel dann über, und aus einer Verstopfung wird ein Bodenschaden. Lassen Sie die Taste in Ruhe und drehen Sie stattdessen das Eckventil zu, das neben oder hinter dem WC in der Zuleitung zum Spülkasten sitzt. Bei einem Unterputz-Spülkasten liegt die Absperrung hinter der Betätigungsplatte.
- Boden mit alten Tüchern auslegen, Handschuhe anziehen.
- Wasser mit einem Becher abschöpfen, bis die Schüssel etwa halb voll ist.
- Saugglocke mit Stutzen luftdicht in den Abgang setzen und ruhig pumpen statt stossen.
- Zur Kontrolle nicht die Spültaste drücken, sondern einen Eimer Wasser zügig hineingiessen.
Keine Drahtbügel und keine blanke Spirale in die Keramik: Beides hinterlässt Kratzer in der Glasur, und in diesen Kratzern setzt sich alles Weitere fest. Feuchttücher, Windeln und Hygieneartikel lösen sich nicht auf und geben der Saugglocke selten nach. Dann muss das WC unter Umständen demontiert werden, und das ist Sache der Fachperson.
Bodenablauf im Keller und in der Waschküche
Läuft der Ablauf nur langsam, ist meist der Schlammsack voll, also der Eimer unter dem Rost, in dem sich Sand und Putzfäden sammeln. Rost abheben, Einsatz herausziehen, leeren, ausspülen, wieder einsetzen und Wasser nachfüllen, damit der Geruchsverschluss gefüllt ist.
Kommt dagegen Wasser aus dem Bodenablauf heraus, ist das Rückstau aus der Grundleitung. Ab sofort nichts mehr einleiten: keine Waschmaschine, kein Geschirrspüler, im ganzen Haus möglichst nicht spülen. Jeder weitere Liter kommt im Keller wieder heraus. Melden Sie es der Verwaltung und lassen Sie die Rohrreinigung aufbieten.
Wichtig: Stehendes Wasser und Strom
Steigen Sie nicht in stehendes Wasser, wenn dort Steckdosen, Waschmaschine, Tumbler oder eine Wärmepumpe angeschlossen sind. Ziehen Sie keine Stecker von Geräten, die im Wasser stehen. Den Strom schalten Sie nur ab, wenn der Sicherungskasten trocken und von aussen vom Trockenen aus erreichbar ist; abschalten heisst Sicherung aus, nie an Klemmen oder Abdeckungen hantieren. Sonst holen Sie eine Elektro-Fachperson. Bei Gefahr für Personen: 118 (Feuerwehr) oder 144 (Sanität).
Abwasser ist keimbelastet: Handschuhe tragen und die Flächen danach desinfizieren. Ist eine Rückstauklappe eingebaut, gehört sie regelmässig kontrolliert, denn Ablagerungen blockieren die Klappe. Und sie schützt ohnehin nur Abläufe unterhalb der Rückstauebene.
Was Sie lassen sollten
Wichtig: Chemische Abflussreiniger
Die Laugen und Säuren aus dem Supermarkt greifen Dichtungen, Gummimanschetten und ältere Leitungen an, lösen hartnäckige Verstopfungen selten und bleiben bei Misserfolg als ätzende Brühe im Rohr stehen. Kommt danach der Fachbetrieb mit der Spirale, spritzt die Flüssigkeit zurück.
Nie zwei Mittel nacheinander einfüllen. Ein Reiniger auf Chlorbasis und ein saures Mittel wie Essig oder Entkalker ergeben zusammen ein reizendes Gas, und ein Bad oder eine Waschküche ist ein kleiner, schlecht belüfteter Raum. Hat jemand bereits etwas eingefüllt: nichts nachkippen, Fenster öffnen, Tür zu, Raum verlassen.
Steht ein Reiniger im Rohr, arbeiten Sie nicht mehr selbst daran: keine Saugglocke, keine Spirale, Siphon nicht öffnen. Sagen Sie dem Betrieb vor Arbeitsbeginn, welches Mittel und wie viel eingefüllt wurde. Bei Atemnot, Husten oder Augenbrennen den Raum verlassen und 144 anrufen.
Ebenfalls keine gute Idee: Kleiderbügel oder Draht in den Abfluss schieben. Sie zerkratzen Keramik, durchstossen Dichtungen und verkeilen sich in Bögen. Und Hochdruckreiniger aus dem Baumarkt an den Hausabfluss anschliessen: Der Druck sprengt alte Muffen.
Geruch aus dem Abfluss
Geruch ist ein eigenes Problem und hat oft nichts mit einer Verstopfung zu tun. Die häufigste Ursache ist ein ausgetrockneter Geruchsverschluss bei einem selten benutzten Ablauf: Gäste-WC, Waschküche, Kellerablauf, Ferienwohnung. Das Wasser verdunstet, der Kanal ist offen. Giessen Sie etwa einen Liter Wasser nach, dann ist es in einer Minute erledigt. Vor einer längeren Abwesenheit geben Sie einen Schuss Speiseöl obenauf, das verzögert die Verdunstung.
Riecht es modrig-süsslich, obwohl Wasser im Siphon steht, ist es Biofilm aus Seife, Fett und Haaren an der Rohrwand. Dagegen hilft Ausbauen und mechanisch reinigen, nicht Chemie. Scharfer Kanalgeruch trotz gefülltem Sperrwasser deutet darauf hin, dass das Wasser aus dem Siphon abgesaugt wird oder dass eine Rückstauklappe nicht dicht schliesst. Tritt der Geruch zusammen mit Gluckern auf, ist häufig die Entlüftungsleitung übers Dach verstopft. Steigen Sie dafür nicht selbst auf Leiter oder Dach. Diese Arbeit erfolgt mit Absturzsicherung und gehört zum Fachbetrieb.
Wann der Profi kommen muss
- Mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen oder Gluckern im WC.
- Rückstau aus dem Bodenablauf im Keller oder aus der Dusche im Erdgeschoss.
- Die Verstopfung kommt innert Wochen am selben Ort wieder.
- Fäkalgeruch aus dem Abfluss oder aus dem Keller.
- Das WC läuft nach der Saugglocke immer noch nicht ab.
- Nach Starkregen steht Wasser im Lichtschacht oder in der Garage.
In diesen Fällen sitzt das Problem in Fall- oder Grundleitung, oft mit Ursache: Wurzeln, die durch eine undichte Muffe wachsen, Ablagerungen in alten Steinzeugrohren, ein Rohrbruch oder ein Gegengefälle. Der Rohrreinigungs-Fachbetrieb arbeitet mit Spirale, Hochdruckspülung und Kamera, findet die Ursache und sagt Ihnen, ob Reinigen reicht oder ob saniert werden muss. Was die Verfahren unterscheidet, lesen Sie auf der Seite Rohrreinigung Winterthur.
Spirale, Hochdruckspülung, Kamerabefahrung: was wann eingesetzt wird
Die Handspirale ist ein federndes Stahlband mit Kurbel. Eine kurze Handspirale in der Anschlussleitung hinter dem Siphon ist noch Heimwerkersache, mit Handschuhen und Schutzbrille, weil das Band unter Spannung zurückschnellen kann. Nehmen Sie vorher den Siphon ab, damit sie sich nicht im Bogen verkeilt, schieben Sie sie vorsichtig vor und drehen Sie immer im Uhrzeigersinn, auch beim Herausziehen, sonst fällt das Gelöste zurück ins Rohr. Nie mit Kraft stossen, dünnwandige Kunststoffsiphons knicken. Hakt die Spirale, kurbeln Sie unter leichtem Zug gegen den Uhrzeigersinn, statt zu reissen. Wurde vorher ein chemischer Reiniger eingefüllt, gehört die Spirale nicht in die Hand einer Laiin oder eines Laien: Die Flüssigkeit spritzt beim Herausziehen zurück.
Elektrische Spiralen und Spiralen in Fall- oder Grundleitungen bleiben Sache des Fachbetriebs. Ein motorisch angetriebenes Band kann sich im Rohr aufwickeln und die Hand mitreissen. Die Handspirale nützt ohnehin nichts, wenn die Leitung über die ganze Länge mit Fett zugewachsen ist: Sie bohrt dann nur ein Loch, das in kurzer Zeit wieder zu ist. Das ist der Grund, weshalb die Spirale beim zweiten Mal am selben Ort oft nicht mehr reicht. Bei Wurzeln, Gegengefälle, einem eingeklemmten Gegenstand oder einer Verstopfung ausserhalb des Gebäudes kommt sie ebenfalls nicht weiter.
Die Hochdruckspülung arbeitet umgekehrt: Die Düse zieht sich am Schlauch rückwärts durch die Leitung und spült dabei die Rohrwand frei, statt nur ein Loch durch den Pfropfen zu bohren. Dafür braucht es Zugang über eine Putzöffnung oder einen Kontrollschacht.
Die Kamerabefahrung folgt nach dem Spülen, weil die Kamera in einer verschmutzten Leitung nichts zeigt. Sie hält Ursache und Lage der Schadstelle ab Schacht fest und ist die Grundlage für den Entscheid, ob Reinigen reicht oder ob saniert werden muss. Sinnvoll vor allem dann, wenn dieselbe Stelle wiederholt verstopft. Im Mietobjekt gibt die Eigentümerschaft oder die Verwaltung diesen Schritt frei, nicht die Mietpartei.
Unklar, wie weit es reicht?
Schicken Sie ein Foto der Stelle per WhatsApp, jederzeit, mit einem Satz dazu: welcher Ablauf, seit wann, ob es gluckert. Telefonisch erreichen Sie uns täglich von 11 bis 21 Uhr unter +41 76 329 84 08. Die Anfahrt kostet pauschal CHF 80.–.
Mietwohnung: Wer zahlt?
Kleine Verstopfungen im Siphon oder kurz dahinter gelten in der Regel als kleiner Unterhalt und gehen zulasten der Mieterschaft. Verstopfungen in den Leitungen des Gebäudes trägt normalerweise die Eigentümerschaft, ausser die Ursache liegt klar bei der Mieterschaft, etwa Feuchttücher oder Katzenstreu im WC. Massgebend sind Ihr Mietvertrag und der Einzelfall; informieren Sie die Verwaltung, bevor Sie einen Betrieb bestellen, wenn es kein Notfall ist.
Mehrfamilienhaus: die Reihenfolge, die Ärger erspart
- Fragen Sie kurz bei den Nachbarn nach, ob deren Abflüsse auch langsam sind. Das klärt in zwei Minuten, ob es Ihr Siphon ist oder die gemeinsame Fallleitung, und damit auch die Zuständigkeit.
- Informieren Sie die Verwaltung, bevor Sie einen Betrieb bestellen. Läuft gerade Wasser aus, handeln Sie zuerst und melden es unmittelbar danach, mit Fotos und der Rechnung.
- Eine Fallstrangreinigung braucht Zugang zu mehreren Wohnungen und ein Zeitfenster. Das organisiert die Verwaltung, nicht die einzelne Mietpartei.
Die Trennung bei den Kosten hat im Gesetz einen Anknüpfungspunkt: OR Art. 259 verpflichtet die Mietpartei zum kleinen Unterhalt nach Ortsgebrauch, worunter üblicherweise das Reinigen des Siphons fällt. Die Leitungen des Gebäudes gehören dagegen zum Unterhalt der Eigentümerschaft. Wie der Einzelfall ausgeht, hängt vom Mietvertrag, vom Ortsgebrauch und vom konkreten Schadenbild ab. Das ist keine Rechtsauskunft: Bei Streit über die Rechnung wenden Sie sich an eine Mietrechtsberatung oder an die Schlichtungsbehörde Ihrer Gemeinde.
Zur Versicherung: Die Rohrreinigung selbst gilt als Unterhalt und wird üblicherweise nicht von einer Versicherung getragen. Die kantonale Gebäudeversicherung deckt Feuer- und Elementarschäden, nicht Wasser aus der Hausinstallation; dafür braucht es eine Gebäudewasserversicherung. Ob Folgeschäden aus einem Rückstau der Kanalisation gedeckt sind, ist von Police zu Police verschieden und häufig nur mit einer Zusatzdeckung eingeschlossen. Beschädigtes Mobiliar läuft in der Regel über die Hausratversicherung. Verbindlich ist allein Ihre Police: Melden Sie den Schaden Ihrer Versicherung und fragen Sie dort nach, bevor Sie etwas entsorgen. Machen Sie datierte Fotos, bevor Sie aufräumen. Mehr dazu im Ratgeber Wasserschaden und Versicherung.
Vorbeugen
- Siebe in Küche, Dusche und Badewanne, wöchentlich leeren.
- Fett und Öl nicht in den Abfluss, sondern in den Abfall.
- Nur WC-Papier ins WC: keine Feuchttücher, auch wenn «spülbar» draufsteht.
- Kaffeesatz, Reis und Speisereste in den Kompost oder Abfall.
- Alle paar Jahre eine vorsorgliche Spülung der Grundleitung in älteren Häusern.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Beurteilung durch eine Fachperson vor Ort. Bei Gefahr für Personen: Notruf 118 / 144.
01 Fragen
Häufige Fragen.
Was Kundinnen und Kunden vor dem ersten Auftrag wissen wollen.
Ihre Frage fehlt? Schreiben Sie uns per WhatsApp oder an info@wintiservice.ch.
Alle häufigen Fragen zu Kosten, Notfall, Mietwohnung und Bewilligungen
Hilft Cola oder Backpulver mit Essig wirklich?
Kaum. Natron und Essig neutralisieren sich gegenseitig zu Salzwasser und Kohlendioxid. Was Sie sehen, ist Schaum, und Schaum löst weder Fett noch ein Haarknäuel. Das heisse Wasser, mit dem man danach nachspült, bringt mehr als die Reaktion selbst. Cola ist ebenfalls ein Mythos: Die Säure ist zu schwach, der Zucker bleibt im Rohr. Wichtig: Giessen Sie Essig oder ein anderes Mittel nie in einen Abfluss, in dem bereits ein chemischer Reiniger steht. Aus solchen Mischungen können reizende Gase entstehen, besonders wenn eines der Mittel Chlor enthält.
Wie oft sollte man Abflüsse vorbeugend reinigen?
In der Küche einmal im Monat heisses Wasser mit etwas Spülmittel, im Bad die Siebe wöchentlich leeren und den Siphon zweimal im Jahr ausbauen und reinigen. Grundleitungen in älteren Mehrfamilienhäusern lassen Verwaltungen oft alle zwei bis drei Jahre vorsorglich spülen.
Das WC ist verstopft und das Wasser steht hoch. Was mache ich zuerst?
Nicht noch einmal spülen, sonst läuft die Schüssel über. Drehen Sie das Eckventil neben oder hinter dem WC von Hand zu, bei einem Unterputz-Spülkasten sitzt die Absperrung hinter der Betätigungsplatte. Dann Boden mit Tüchern auslegen, Wasser mit einem Becher abschöpfen, bis die Schüssel etwa halb voll ist, und die Saugglocke mit Stutzen luftdicht aufsetzen und ruhig pumpen. Zur Kontrolle einen Eimer Wasser hineingiessen statt zu spülen.
Warum riecht mein Abfluss, obwohl nichts verstopft ist?
Meistens ist der Geruchsverschluss ausgetrocknet, typisch bei selten benutzten Abläufen im Gäste-WC, in der Waschküche oder im Keller. Etwa ein Liter Wasser füllt ihn wieder, vor längerer Abwesenheit hilft ein Schuss Speiseöl obenauf gegen die Verdunstung. Riecht es modrig, obwohl Wasser im Siphon steht, ist es Biofilm, und der Siphon gehört ausgebaut und mechanisch gereinigt. Scharfer Kanalgeruch zusammen mit Gluckern deutet auf eine verstopfte Entlüftungsleitung übers Dach hin, und die ist Sache der Fachperson.
Wie finde ich heraus, ob es am Siphon liegt oder weiter hinten?
Mit dem Eimer-Test: Handschuhe anziehen, Eimer unter den Siphon stellen, Siphon abnehmen und dann langsam Wasser in den Wandstutzen giessen, zuerst nur ein bis zwei Liter. Läuft es zügig weg, war der Siphon die Ursache. Staut es zurück, sitzt die Verstopfung in der Anschlussleitung dahinter, und Sie hören sofort auf, damit nichts über den Stutzen ins Zimmer läuft. Wurde vorher ein chemischer Reiniger eingefüllt, öffnen Sie den Siphon nicht selbst, sondern überlassen das der Fachperson. Gluckert es zusätzlich in einem anderen Ablauf, während Sie Wasser ablassen, ist meist die Fallleitung betroffen, und dann braucht es einen Fachbetrieb.
Aus dem Bodenablauf im Keller kommt Wasser. Was tun?
Das ist Rückstau aus der Grundleitung. Leiten Sie ab sofort nichts mehr ein: keine Waschmaschine, kein Geschirrspüler, im ganzen Haus möglichst nicht spülen. Melden Sie es der Verwaltung und lassen Sie die Rohrreinigung aufbieten. Steigen Sie nicht in stehendes Wasser, wenn dort Steckdosen oder Geräte angeschlossen sind; den Strom nur abschalten, wenn der Sicherungskasten trocken und von aussen erreichbar ist, sonst Elektro-Fachperson holen. Bei Gefahr für Personen 118 oder 144.
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Zwei Sätze und ein Bild reichen für eine erste Einschätzung, auch ohne Foto geht es. Vermittlung kostenlos, Anfahrt pauschal CHF 80.–, Offerte vor Arbeitsbeginn.
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